Rudolf Henke wird Pate eines im Iran inhaftierten Bahá'í

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Rudolf Henke wird Pate eines im Iran inhaftierten Bahá'í

Frankfurt/Aachen. Der Aachener Bundestagsabgeordnete Rudolf Henke (CDU) setzt mit der Übernahme der Patenschaft für das für 10 Jahre inhaftierte Mitglied des informellen Führungsgremiums der Bahá'í, Behrouz Tavakkoli, ein starkes Zeichen für die Menschenrechte.

„Die Anhänger der Bahá'í wurden aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit verurteilt und inhaftiert. Sie brauchen unsere volle Solidarität“, so Rudolf Henke. Wie Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) feststellt, werden im Iran fundamentale Menschenrechte wie das Recht auf Religionsfreiheit und auf Religionswechsel verweigert. Mit über 300.000 Angehörigen ist die Bahá'í-Gemeinde im Iran die größte religiöse nichtmuslimische Minderheit des Landes. Seit Gründung der Islamischen Republik im Jahre 1979 ist sie Ziel rigoroser Verfolgung.

Behrouz Tavakkoli (*1. Juni 1951, verheiratet, zwei Kinder), Mitglied des informellen siebenköpfigen Führungsgremiums der iranischen Bahá’í (auch bekannt als Yaran, deutsch: „Freunde im Iran“), wurde nach mehreren vorübergehenden Inhaftierungen im Mai 2008 in seinem Haus in Teheran verhaftet und in das für Folter und menschenunwürdige Haftbedingungen berüchtigte Evin-Gefängnis gebracht. Nach wiederholten Verschiebungen begann der Prozess im Januar 2010 unter dem Vorsitz des für seine harten Urteile berüchtigten Richters Moghiseh. Die Anklage gegen Behrouz Tavakkoli und die anderen sechs Bahá’í-Leiter, die ebenfalls 2008 verhaftet wurden, lautete u. a. auf angebliche „Spionage für Israel“ und „Propaganda gegen das System”. Erst im August 2010 verurteilte das Gericht die sieben Führungspersönlichkeiten zu 20 Jahren Haft. Im selben Monat verlegten die Behörden die männlichen Gremiumsmitglieder in das Gohardasht-Gefängnis in Karaj, etwa 50 km westlich der Hauptstadt Teheran. 2015 zeigte der internationale Protest Wirkung: Die iranischen Justizbehörden reduzierten die Haftstrafen auf 10 Jahre. Die im Exil lebende iranische Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi ist Anwältin der Gruppe. Sie bekommt jedoch keinerlei Einsicht in die Akten und der Zugang zu ihren Mandanten wird ihr verweigert.

Seit Gründung der Islamischen Republik im Jahre 1979 sehen sich die Bahá’í verstärkter Verfolgung ausgesetzt. In den 80er Jahren wurden sämtliche Einrichtungen der Bahá’í geschlossen. Die iranische Regierung und konservative muslimische Geistliche sprechen den Bahá’í sogar das Existenzrecht ab.

Dazu Rudolf Henke: „Religionsfreiheit ist eines der wichtigsten Menschenrechte. Wir dürfen vor dem Verstoß gegen dieses Menschenrecht im Iran nicht die Augen verschließen. Ganz im Gegenteil – als Politiker haben wir die Möglichkeit, diese öffentlich zu machen. Der Einsatz für Religionsfreiheit bedeutet Einsatz für Frieden – deshalb setze ich mich für Behrouz Tavakkoli ein“.

Im Rahmen des IGFM-Patenschaftsprogramms engagieren sich Politiker für politische Gefangene im Iran. Martin Lessenthin, Sprecher des IGFM-Vorstands, betont: „Behrouz Tavakkoli ist aufgrund seiner Religion im Iran im Gefängnis. Viele der politischen Gefangenen und Glaubensgefangenen werden im Iran unter unmenschlichen Bedingungen in Arrest gehalten. Massive physische und psychische Gewalt ist in iranischen Gefängnissen an der Tagesordnung. Eine politische Patenschaft, wie sie Herr Rudolf Henke übernommen hat, gibt verfolgten Regimegegnern und religiösen Minderheiten internationale Aufmerksamkeit und damit Schutz“. Bisher unterstützen über 140 europäische Politiker die Patenschaftsprogramme der IGFM.

Informieren Sie sich zur Lage der Menschenrechte im Iran unter: http://www.igfm.de/iran/

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